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I. Geschichten
Die Geschichte unserer Niederschindmaaser Kirche reicht weit zurück. Weiter, als die
vorhandenen Akten und Schriftstücke davon berichten. Eindrucksvoller Zeuge dafür ist
der große Triumphbogen zwischen Kirchenschiff und Altarraum. Mit seinem halbrunden
Abschluss und seiner Mauerstärke von mehr als einem Meter weist er in die Zeit der Romanik.
Der Innenraum wurde 1727 (siehe Jahreszahl über dem Eingangsportal) in barocker Form neu
ausgestaltet. Die Verzierung am mittleren Querbalken der Decke lässt noch ahnen, dass er
ehedem mittig auf einer stehenden Säule auflag. Diese wurde mit dem Barock-Umbau entfernt.
Nun wird der Deckenbalken von zwei Säulen gestützt, die gleichzeitig die Empore tragen.
Der Altarraum hat heute eine flache Decke. Bis 1872 wurde er von einem Tonnengewölbe überspannt, das evtl. ähnlich alt war, wie der Triumphbogen.
Bei einem Erdbeben in dem erwähnten Jahr stürzte dieses Gewölbe ein. Wahrscheinlich
zerstörten die Trümmer Teile der Altarausstattung (ein Gemälde vom letzten Abendmahl,
das so schön gewesen sein soll, dass es teils Lucas Cranach zugeschrieben wurde),
Taufstein und Kanzel. In ihrer jetzigen Form gehen alle drei auf die Zeit nach 1882
zurück. Auch die flache Decke wurde in dieser Zeit eingebaut.
II. Kostbarkeiten
Die Kleinodien unserer Niederschindmaaser Kirche sind vor allem die Gemälde an der
Kanzelbrüstung. Geschaffen wurden sie bei dem Barock-Umbau 1727 von dem Glauchauer Maler
Johann August Thomae. Sie zeigen Szenen aus dem Alten Testament, meistens aus dem Erste
Buch Mose (etwa die Erschaffung der Frau und der Sündenfall; oder auch drei Bilder, die
die Sintflutgeschichte Noahs und seiner Arche illustrieren). Am Westende der nördlichen
Empore zeigt ein Bild, wie Abraham seinen Sohn Isaak opfern soll und er im allerletzten
Moment von Gott davon abgehalten wird. Diese Szene trägt darum auch das Siegel der Ev.-Luth.
Kirchgemeinde Dennheritz-Niederschindmaas in seiner unteren Hälfte.
Ein weiteres Kleinod unserer Kirche ist das Altarfenster. Es entstand im Jahre 1900 in der
Werkstatt Richard Schleins in Zittau, aus der es mehrere Fenster in unserer Gegend gibt.
Gestiftet wurde es von dem Mühlenbesitzer im Dorf Louis Engelmann.
Das Fenster zeigt den auferstandenen Christus in triumphierender Haltung.
III. Bauschäden
So schön und freundlich der Eindruck unserer Niederschindmaaser Kirche ist, den sie beim
Besucher erweckt, so viele Sorgen bereitet sie uns zur Zeit auch.
Wie in der Regel bei Kirchen üblich liegen Decke und Dachgebälk nicht unmittelbar auf der
Krone des Mauerwerkes auf, sondern auf einem (oder zwei) Balken, die selbst längs auf der
Mauerkrone liegen. Auf der Westseite unserer Kirche sind diese liegenden Balken an zwei
Stellen so weit verrottet, dass sie faktisch nicht mehr vorhanden sind. Die Last des Daches
und des Turmes wird dort punktuell auf das Mauerwerk abgetragen. Zudem ist auch eine gewisse
Umankerung des Mauerwerkes so nicht mehr gewährleistet. Erste sichtbare Folge ist der Riss
in der Westwand des Altarraumes. In den kommenden Jahren werden uns diese Schäden viel
Arbeit und Kosten abverlangen. Darum unsere Bitte an Sie, wenn Sie demnächst unsere Kirche
besuchen:
Bitte spenden Sie eine Kleinigkeit für den Erhalt unserer Niederschindmaaser Kirche.
Vielen Dank! Im Namen des Kirchenvorstandes
Text:Pfarrer z.A. C. Bernhardt / Bilder: C. Bernhardt / P. Groß
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